Die Reise nach Osten


Vorwort:

Nachdem wir bekanntgegeben haben nach Russland zu fahren, gab es viele Leute die mir Ratschläge gaben und Verhaltensregeln empfahlen. Ich sollte viel Geld für Bestechungen einstecken (z. B. den Grenzern einen Schein in den Pass legen, dann geht alles schneller). Und bei Polizeikontrollen sind die Beamten für nen 5 EUR Schein immer gut... Der größte Quatsch, wie sich im Nachhinein herausstellte. Die Russen wohnen auch nicht in Erdlöchern, sie nagen auch nicht am Hungertuch, und es gibt sogar Tankstellen. Alle 40 - 50 Kilometer findet man moderne Tankstellen, mit allen Benzinsorten, also ein gut ausgebautes Netz. Teilweise mit Shops, wo man Kekse, Cola, Chips usw. bekommt, genau wie bei uns in Deutschland.

Richtig ist, dass den Russen das Dauergrinsen im Gesicht fehlt, aber sie sind echt freundlich und hilfsbereit.

Es gibt dort richtig schlechte Straßen, aber es wird auch viel erneuert, und Straßen, glatt wie ein Kinderpopo sind absolut keine Seltenheit.

Es gab über die gesamten 12.000 Kilometer nicht eine Situation die gefährlich, oder sogar bedrohlich war.

Fahrt bloss nicht durch die Ukraine, sagte man uns. Da sind Löcher in den Straßen, so gross, dass ein Motorrad darin verschwindet... Für uns war die Ukraine das Land mit den besten Straßen... hat sich in den letzten Jahren wohl viel getan.

Bei den Grenzübergängen muss man aber Zeit mitbringen. Die Einreise hat 2,5 Std. gedauert, und an der Grenze von Russland in die Ukraine 6 Std.

Wer sich also im Vorfeld gut informiert und vorbereitet, der hat viel Spass an einer Reise durch Russland.



Vorbereitung:

Mein Name ist Capt'n. Ich bin 46 Jahre alt und ich habe mir in den Kopf gesetzt einnmal an die Geburtsstätte der Uralmotorräder zu fahren. Auf die Idee kam ich als die Serie >>Long Way Round<< im TV lief.

Meine Lebensgefährtin hat mir spontan ihre Unterstützung zugesagt. Die Vorbereitungen für die Reise liefen ab sofort auf Hochtouren. Die Visa wurden beantragt, Reiseversicherung, Fährtickets, Hotelbuchungen und div. Impfen waren schnell erledigt. Mein Seitenwagengespann bekam einen neuen Motor, einen langen Endantrieb und einen 30L Tank.

Am Beiwagen wurde ein neuer Sitz von der Ural-Retro verbaut, sowie ein großer Alukoffer und Kanisterhalter. Ein Navihalter am Motorrad war Pflicht. Mitte Juli 2009 ist Abfahrtstermin.

Zuerst nach Sassnitz, dann mit der Fähre nach Klaipeda in Litauen. Weiter über Lettland, Estland nach St. Petersburg. Hier gönnen wir uns einen 2 tägigen Hotelaufenthalt, erledigen die Anmeldung für Russland und besorgen uns eine Russische Handykarte. Kleine Besichtigungen stehen auch auf unserem Programm. Dann geht es ca. 700 KM nach Moskau. Auch hier wieder 2 Hotelübernachtungen und Sightseeing. Nun geht's ans Eingemachte, ca. 2000 KM nach Osten über die Grenze nach Asien, nach Irbit in Sibirien.

In Irbit befindet sich das Uralwerk. Eine Besichtigung ist Pflicht. Zeitgleich wird die Irbit-Motoclassikshow eröffnet. Der Rückweg führt uns nach Jekaterinburg, Ufa, Samara, Kiew in der Ukraine, weiter über die Grenze nach Ungarn, wo wir uns mit Freunden am Plattensee treffen wollen. Mitte August hat uns dann der Alltag wieder.

Zeitdauer des Abenteuers beträgt 4 Wochen.
Bis denne........Gruß
Capt'n und Andrea



Freitag 10.07.2009

Die letzten Stunden bevor es los geht......

Wir sind in der heißen Phase und die letzten Vorbereitungen für die Ural Tour 2009 werden getroffen. Start ist mitten in der Nacht um die Fähre zu erreichen und die letzten Sachen werden gerade noch gepackt und verstaut, wobei der Großteil bereits fertig war, aber ich habe so das Gefühl, Andrea will unseren gesamten Hausstand mitnehmen... Dann kommt noch ein letzter CheckUp und wir verabschieden uns für die nächsten vier Wochen von allen aus Detmold. Wir freuen uns mächtig auf die Tour und können es kaum abwarten zu starten. Wenn es uns möglich ist, geben wir ab und zu eine Info, wie es läuft und wo wir uns gerade befinden.

Bis denne........Gruß
Capt'n und Andrea



Samstag 11.07.2009

Jetzt geht es endlich los......

Der Wecker klingelt, es ist 3 Uhr Morgens. Die große Reise soll beginnen. Kurzes Frühstück, Moppetklamotten an und ab aufs gepackte Motorrad. In Herford auf die A2 Richtung Hannover. Zirka 20 Kilometer vor Hannover ein Megastau. Hätte ich um diese Uhrzeit nicht erwartet. Stopp and Go, die Kupplung hat einiges zutun bei unserem Gewicht. Endlich geht's weiter, Soltau, Hamburg auf die A1 nach Lübeck. Kleiner Zwischenstopp bei Mc- D. und weiter nach Saßnitz in den Fährhafen.

Es ist noch keine Fähre in Sicht, wir sind auch früh dran. Also den Rückwertsgang eingelegt und in den Stadtkern in Saßnitz gedüst. Möwen begrüßen uns am kleinen Hafen.

Ein italienisches Restaurant aufgesucht und mit einem Mittagessen gestärkt. Spaziergang durch Saßnitz und wieder zurück zum Fährhafen. Einchecken und schon sind wir auf der Fähre nach Klaipeda. Bei der Fähre handelt es sich um die Vilnius. Nach dem Sichern des Motorrades suchen wir unsere Kabine auf. In der Kabine befindet sich ein Stockbett, Waschbecken und ein kleines Sofa. Wir haben eine Außenkabine mit Blick aufs Meer. Das WC und die Dusche befinden sich außerhalb der Kabine, ein Schritt über den Gang. Das Wetter ist erste Sahne und wir sitzen in der Sonne auf dem Oberdeck. Tolles Gefühl, endlich urlaub. Nach dem Abendessen noch ein bisschen Seeluft schnuppern und dann ab in die Heia. Die Sonne verabschiedet sich auch mit einem schönen Sonnenuntergang auf der Ostsee.



Sonntag 12.07.2009

Gut ausgeschlafen geht's dann aufs Deck, die Seeluft tut gut. Ein ausgiebiges Frühstücksbuffet erwartet uns.

Gegen 11 Uhr legt die Fähre in Klaipeda an. Auschecken, Kabinenschlüssel abgeben, Reisetaschen aufs Moppet schnallen und wir haben wieder festen Boden unter den Rädern.
Die Litauischen Straßen sind schlecht und es rumpelt ganz gut unter den Rädern. Ist wohl schon ein kleiner Vorgeschmack was uns in Russland erwartet. Litauen, Lettland, Estland lassen wir hinter uns und erreichen um 19:30 Uhr die russische Grenze. Vorbei an einer kilometerlangen LKW-Schlange können wir den Schlagbaum schon erkennen und stellen uns hinter den wartenden PKWs an. Unser Motorrad wird bestaunt und bewundert, wir kommen mit einem Estländer ins Gespräch. Er spricht gebrochen Deutsch und ist uns beim Ausfüllen der Zollpapiere behilflich. Zwei Diensthunde lümmeln sich auf einer Wiese, ein russischer Autofahrer versucht sich einen Platz weiter vorne zu erkaufen. Die Zollbeamten unterbinden es jedoch sofort und nach einer gehörigen Ansage stellt er sich ganz hinten in der Schlange wieder an. Von wegen Schmiergelder, hier geht alles seinen geordneten Gang.
Die Zöllnerin kommt mit dem Chinamotorrad nicht klar. So was hat sie noch nicht abgefertigt. Als wir dann ihre Frage nach dem Wohin beantworten ist sie schon leicht überfordert (nach Irbit im Uralgebirge). "Zurück im Flugzeug?" "Nein, Cheljabinsk, Ufa, Samara..." Sie lässt mich nicht ausreden und drückt mir die Papiere in die Hand und schüttelt ungläubig und verständnislos den Kopf "Dawei". Die Grenzüberquerung von Estland nach Russland hat ca. 2,5 Std. gedauert.
Wir haben's geschafft, wir sind in Russland, also weiter nach St Petersburg. Aber halt, da war noch was: Rubel tauschen, Kfz-Versicherung abschließen. Ja, der nette Estländer hatte etwas von einer Tankstelle direkt hinter der Grenze erzählt. Gesagt getan, auf die nächste Tanke und mal freundlich nachgefragt. "Geld tauschen, Rubel, Kfz -Versicherung." Der Kassierer versteht mich nicht und spricht kein Deutsch oder Englisch. Nach einigem Hin und Her will ich den Kassenraum verlassen, da kommt mir der Estländer in der Tür entgegen. Er spricht mit dem Kassierer auf Russisch über mein Anliegen. Ich soll ein Stück zurück, Richtung Grenze, da ist ein kleines Häuschen, wo ich Geld tauschen und eine Versicherung abschließen kann.

Es ist mittlerweile 22 Uhr und stockdunkel. Der Estländer erklärt sich bereit mich in seinem Auto das Stück mit zurück zu nehmen. Ich hole mir die Tasche mit den Ausweisen und Dokumenten von Andrea, die immer noch im Beiwagen sitzt, steige beim Estländer ins Auto und wir fahren zurück. In einer kleinen Hütte, die mit Lebensmitteln ausgestattet ist, bekomme ich die Versicherung. Geld wechselt mir die Angestellte vom Kiosk an der Grenzstation. Ich komme mir ein bisschen hilflos vor, verstehe kein Wort und kann die russischen Formulare nicht lesen. Es ist alles in Kyrillisch. Das kann ja heiter werden. Ich bedanke mich beim Estländer, ohne ihn hätte ich die Sachen nicht so schnell erledigen können.

Um 23Uhr bin ich zurück auf der Tankstelle und finde eine völlig entnervte, aufgelöste Andrea vor. Jetzt aber ab auf die Piste, mal richtig am Gas gedreht und das erste tiefe Schlagloch mit ca. 90 km/h genommen. Das Navi fliegt an meinem Helm vorbei und zerstört sich beim Aufschlag auf der Fahrbahn von selbst. Super, das hat schon mal geklappt. Kein Navi mehr und das am Anfang von Russland. Nur nicht aufgeben, wir sollten uns jetzt mal eine übernachtungsmöglichkeit suchen. In einem beleuchteten Haus frage ich mit Hilfe unserer Karteikärtchen nach dem nächsten Hotel. "6 km preama" bekomme ich zur Antwort. Hotel gesucht und gefunden. Wir befinden uns in Pskov. Es ist jetzt 0:30 Uhr. Wir sind dem Nachtportier in unserer Aufmachung nicht geheuer, er winkt gleich ab, als er uns sieht. Also keine feste Unterkunft heute Nacht. Wir entschließen uns im Zelt zu übernachten. Von der Hauptstraße biege ich in den nächsten Waldweg ab, unter starkem Mückenbeschuss stellen wir unser Zelt auf, kriechen in die Schlafsäcke und fallen in einen komaähnlichen Schlaf.
Die Uhr zeigt auf 1:30 Uhr.



Montag 13.07.2009

5:00 Uhr Morgens.
Nach kurzer Nacht stecke ich den Kopf aus dem Zelt. Immer noch Mückenalarm. Unter ständiger Mückenabwehr koche ich Kaffee, Zeltabbau, Andrea in den Beiwagen und ab auf die M20 Richtung St Petersburg. Nach 300km zum Teil sehr schlechter Straße, erreichen wir um 12:15 Uhr St P.

Wie kommen wir jetzt zu unserem Hotel? Die Stadt ist riesengroß.
Ich halte neben einem russischen Motorradfahrer auf dem Standstreifen und frage nach dem Weg. Er ist sehr hilfsbereit, schenkt uns einen Stadtplan von St P., auf dem er uns den Weg zum Hotel eingezeichnet hat.

Es geht vorbei an Palästen, Kirchen mit goldenen Kuppeln, Stadtvillen, Denkmälern und Brücken. Die Wegbeschreibung ist gut und wir erreichen um 13 Uhr unser Hotel "Azimut". Es hat 18 Stockwerke. Die Security weist uns einen bewachten Parkplatz zu und wir checken ein. Nach dem Abendessen noch ein kleiner Rundgang ums Hotel und dann endlich mal ausschlafen.



Dienstag 14.07.2009

10:30 Uhr. Nach reichhaltigem Frühstücksbuffet geht es auf Sightseeing. Zu Fuß geht es zu einem Ausflugsboot, welches viele Sehenswürdigkeiten ansteuert.
Danach kehren wir in einem englischen Pub ein, das "Dickens" und nehmen eine Kleinigkeit zu uns. In einem Handyladen besorgen wir uns eine russische Handykarte mit 1500 Rubel Startguthaben.

Um 17:30 Uhr sind wir wieder im Hotel. Duschen, Ausruhen und um 19:30 Uhr weiter in ein russisches Restaurant in der Nähe des Hotels. Erst jetzt stellen wir fest, wir befinden uns in der zweiten Zeitzone und sind unserer Zeit 2 Stunden voraus.

Im Restaurant gibt es dann Verständigungsprobleme. Keiner spricht Deutsch oder Englisch. Eine bebilderte Speisekarte löst unsere Probleme und wir bekommen unser Abendessen. Zurück im Hotel beschließe ich mir noch einen Absacker zu genehmigen. Die Wodkagläser sind doch größer als erwartet.



Mittwoch 15.07.2009

Es geht mir nicht richtig gut. Die Wodkakur gestern Abend hat ihre Spuren hinterlassen. Wir beschließen noch eine übernachtung mit dran zu hängen.


Donnerstag 16.07.2009

Auf nach Moskau (ca. 700 km).

5:30 Uhr aufstehen, Sachen packen, frühstücken und auschecken.

8:00 Uhr Abfahrt. Nach endloser Suche die Ausfahrt aus St P. gefunden und wir befinden uns auf der M10 Richtung Moskau. Die M10 ist in einem guten Zustand und ich halte die Geschwindigkeit zwischen 100 und 120 km/h. Wir überholen hunderte von LKWs. Am Straßenrand bunte Holzhäuser, Andrea fordert ihrer Digi-Cam alles ab. Tankstellen kein Problem, Benzinsorten in allen Variationen.

Am späten Nachmittag schon mal langsam nach einem Campingplatz Ausschau halten. Ein Hinweisschild führt uns ins Nirwana. Auf einer Tankstelle ca. 60 km vor Moskau frage ich lieber mal nach einer Pension, es wird langsam dunkel. Der Tankwart gibt mir eine wage Beschreibung zu einem Hotel in einem 40 km entfernte Ort. Dort angekommen und nochmaliger Nachfrage bei einem Polizeiposten, erreichen wir um ca. 21 Uhr eine kleine Pension mit bewachtem Parkplatz.



Freitag 17.07.2009

6:30 Uhr Wie tot geschlafen.
Nach dem üblichen Morgendlichen Ablauf rauf aufs Moppet und rein in den Berufsverkehr von Moskau. Das ist nichts für schwache Nerven. Wir kommen uns vor wie eine Ameise in einem Bärengehege. Riesige Baustellen mit gewaltigen Kränen, Autobahnen von Rechts und Links, Schlaglöcher, kyrillische Hinweisschilder, die Sonne von oben, eine nervende Beifahrerin. Ich bin dem Kollaps nahe. Alle Verrückten der Welt sind hier unterwegs. Die Suche nach unserm Hotel, welches wir in Deutschland bereits schon ausgesucht hatten, gestaltet sich mal wieder sehr schwierig.

Auf einer Tankstelle erfahre ich von einer freundlichen jungen Dame, die ausnahmsweise auch Englisch spricht, dass sich unser Hotel im östlichen Teil Moskaus befindet. Ich kaufe einen Stadtplan von Moskau und wir versuchen unser Glück erstmal alleine. Es bleibt beim Versuch, wir verfransen uns immer mehr im Straßengewirr von Moskau. Also wieder fragen, kein Deutsch, kein Englisch, man schickt uns von einem Ende zum anderen. Die Schnauze gestrichen voll, chartern wir ein Taxi, erklären dem freundlichen Fahrer unser Anliegen und schon fährt Andrea mit dem Taxi voraus. Ca. 10 Minuten später erreichen wir das Hotel "Gamma".

Um 14:30 Uhr haben wir die Check-in -prozedur überstanden und beziehen unser Zimmer.

16 Uhr. Wir besuchen einen angrenzenden Touristenmarkt und stärken uns in einem Restaurant.

Das Abendessen um 20:30 Uhr gestaltet sich in einem russischen Buffet. Morgen geht's weiter in die Stadt.



Samstag 18.07.2009

10 Uhr Nach dem Frühstück holen wir unsere Pässe und unsere "Registration" in der Anmeldung des Hotels ab. Touristen in Russland müssen sich alle drei Tage neu registrieren lassen. Die nette junge Dame erklärt uns den Metroplan von Moskau und wir machen uns auf den Weg zum roten Platz. In der Metrostation herrscht reges Treiben. Ein junger Russe hilft uns in gebrochenem Englisch, damit wir nicht in den falschen Zug steigen. Wir haben in unserem Metroplan die Stationen abgezählt und steigen beim 7. Halt aus. Die Fahrt für Hin und Zurück, für zwei Personen, kostet ca. 2 Euro.

11:30 Uhr. Wieder am Tageslicht angekommen befinden wir uns am roten Platz. Wir wandern um den Kreml, Leninmausoleum, besichtigen die Basilikuskathedrale. Auf dem roten Platz haben sich viele Hochzeitspaare zur Fotosession aufgestellt.

Die Rückfahrt mit der Metro erfolgt problemlos. Um 17 Uhr sind wir wieder an unserem Hotel. Ich checke das Motorrad durch und wir planen unsere weite Fahrtroute.



Sonntag 19.07.2009

8 Uhr. Nach einem Blitzlichtgewitter einer chinesischen Reisegruppe starten wir in Richtung Kazan. Die Autobahn M7 ist schnell gefunden. Wir lassen Moskau hinter uns.

15 Uhr. Ich rolle mit dem letzten Tropfen Benzin auf eine Tankstelle. Volltanken und was ist das?! Der Reifen vom Beiwagenrad hat einen Plattfuß. Hurra... Unsere erste Panne. Ich stecke das Ersatzrad auf den Beiwagen und wechsele den Schlauch vom defekten Reifen. Die Tanke hat kein Reifendruckprüfer und ich pumpe den Schlauch mit einer Handpumpe vor.

Wir verlieren 2 Std. alles wieder aufrödeln und wieder auf die Piste.

19:30 Uhr. Es wird langsam Zeit einen Platz für die übernachtung zu suchen. Eine Traktorspur führt in ein kleines Wäldchen, das sieht gut aus. Andrea steigt aus dem Beiwagen aus und ich fahre mit viel Schwung in die Spur. Rums, das Motorrad setzt mit dem Hauptständer auf und ich sitze fest. Na prima, total überladen und keinen Beiwagenantrieb. Mit vereinten Kräften bekommen wir die Maschine wieder frei. Schweißtreibende Aktion. Sträucher, Gräser und viel schwitzen zieht die Mücken an. Die fallen auch gleich über uns her. Unsere Mückennetze über dem Kopf und Insektentod aus der Sprühdose, beginnen wir den Zeltaufbau.

Andrea erledigt ihr kleines Geschäft hinter einem Busch mit der Bemerkung "die Mücken sind für den Arsch!".
Tisch und Stühle aufgebaut, Kaffee kochen, kleine Mahlzeit kochen unter heftigem Insektenbeschuss. Dann schnell ins Zelt und aufpassen dass keine ungebetenen Gäste mit reinschwirren.



Montag 20.07.2009

5 Uhr. Ich habe gut geschlafen, Andrea fühlt sich wie gerädert. Hastig frühstücken, Zelt abbauen, denn der "Feind" wartet nicht. Kurzer Kampf mit der Treckerspur und dann noch 200 km bis Kazan.

Ich lass das Moppet wieder richtig fliegen und bald haben wir die Ausläufer vom Uralgebirge erreicht. Die M7 endet in Kazan, wir müssen wieder öfters in unsere Karte schauen. Bei einem Halt am Straßenrand parkt ein großer Sattelzug vor uns ein. Der Fahrer, ein älterer Russe, steigt aus und kommt zu uns herüber. Mit der Landkarte in der Hand gebe ich ihm zu verstehen dass wir den Weg nach Perm suchen. Er kramt einen alten, mit Brandlöchern durchwachsenden Autoatlas aus dem Führerhaus und fertigt eine Wegskizze für uns.
Nach kurzer Verabschiedung mit Händen und Füßen startet er seinen LKW und setzt seine Fahrt fort. Wir packen wieder zusammen, setzten die Helme auf und geben Gummi. Kurze Zeit später habe ich den LKW wieder vor uns und setzte zum überholen an. Der Fahrer winkt freundlich aus dem Führerhaus... Winkt er... oder ist es eine Aufforderung zum nochmaligen Halt? Wir sollen noch mal anhalten. O.K. Rechts ran. Er steigt aus und schenkt uns den alten russischen Autoatlas. Das war ein Glückstreffer, denn jetzt können wir die Autobahnschilder mit dem kyrillischen Atlas vergleichen.
Wir fahren jetzt ständig bergauf, durchqueren schöne Landschaften und es ist so als wenn wir im Allgäu unterwegs wären.

19:30 Uhr. Seit ca. einer Std. halten wir Ausschau nach einem Platz für eine übernachtung. Wir befinden uns sehr hoch im Uralgebirge, ca. 150 km vor Perm. Es ist merklich kühler geworden, die Sonne geht langsam unter, ich biege von der Hauptstraße ab auf eine Wiese die von hohen Büschen umgeben ist. Keine Mücken, aber tausende von kleinen Fliegen sind hier zu Hause. Beim Einatmen hat man sie in Nase und Mund. Sehr proteinhaltig und bestimmt gesund.

20:00 Uhr. Das Zelt ist schnell aufgebaut und mit dem Untergang der Sonne wird es richtig kalt. Tagsüber war es 25C. Andrea schnattert sich diese Nacht so richtig einen ab, ich schlafe wie immer richtig gut.



Dienstag 21.07.2009

4:30 Uhr Ich erwache aus einem todesähnlichen Schlaf und bemerke eine fast erfrorene Andrea neben mir. Es ist verdammt kalt. Als ich den Kopf aus dem Zelteingang stecke, sehe ich die Bescherung.
Es hat die Nacht gefroren und alles mit einer Rauhreifschicht überzogen. Ein heißer Kaffee weckt unsere Lebensgeister.

6:00Uhr. Schon wieder On the Road, vorbei an russischen Anglern, geht die Fahrt nach Perm. Das Moppet fängt an zu stottern, mit einem kleinen Stopp und 20 Litern Benzin überrede ich den Uralmotor zur Weiterfahrt.
Auf einer Tanke erstmal überraschungsfrühstück. überraschung deshalb, man weiß nicht was man bekommt. Teigtaschen mit irgendeiner Füllung, Kraut, Gehacktes oder Gänseleber. Steht natürlich in Russisch dran, aber wir können kein Russisch.

12:00 Uhr. Ankunft in Perm. Eine große Industriestadt mit vielen Schornsteinen. Vor Jahren für Ausländer gesperrt, da hier viel Rüstungsindustrie betrieben wurde. Ich biege vom Autobahnring ab in die Innenstadt. Nun suche ich eine Bank mit Geldautomat und fülle die Reisekasse mit Rubel auf. Danach besuchen wir ein großes Kaufhaus mit Restaurant. Von hieraus nehme ich mit dem Handy Kontakt zu Senfi auf. Senfi ist Deutscher und lebt mit seiner russischen Frau in Bingi, einem kleinen Dorf in der Nähe von Nevjansk. Beim Gespräch mit ihm merke ich dass wir schon wieder in einer anderen Zeitzone sind. Wir sind jetzt 4 Std. vor unserer Zeit in Deutschland. Es ist nicht 11 Uhr, sondern schon 13 Uhr. Er erklärt mir eine Abkürzung quer durchs Land, über Dörfer die auf meiner Karte nicht verzeichnet sind. Am Abend wollen wir bei ihm zu Hause sein.

15 Uhr. Wir haben uns gnadenlos verfahren und irren immer noch um Perm herum. Nach kurzer Lagebesprechung mit Andrea entschließen wir uns doch lieber die Hauptstraße über Jekaterinburg zu fahren.

21 Uhr. Wir erreichen den Stadtrand von Jekaterinburg und kommen mal wieder in eine Polizeikontrolle. Diese Kontrollen kenne ich schon zu genüge, ca. 4x am Tag auf so einer Strecke und immer das gleiche Schema. Der Polizist zieht einen aus dem fließenden Verkehr heraus und spricht irgendeinen russischen Satz. O.K. Na dann... Kinnschutz vom Helm runter gezogen und ich sage zu ihm "Deutsch oder Englisch".
Der Beamte macht große Augen, geht einen Schritt zurück und faselt was auf Russisch. Ich setze in der zeit schon mal den Helm ab und sage zu ihm: "Germanski". Steige vom Moppet ab, gehe hinter das Motorrad, zeige auf das D-Schild und Kennzeichen. "Dokumente" verlangt er dann. Mit Dokumente meint er Führerschein und Kfz Versicherung, die man an der Grenze abschließen muss. Vielleicht auch mal den Kfz-Schein, aber eher selten. Bei der Gelegenheit frage ich auch gleich mal nach dem Weg zum Hotel, entspannt die Situation und lenkt vom Amtlichen etwas ab. Nach kurzer Rücksprache mit seinem Kollegen bekommen wir die Papiere zurück und er beschreibt uns den Weg zum Hotel. Die Baustelle auf der Strecke hat er dabei ausgelassen, sodass wir wieder in der Stadt umherirren. Alles nicht so einfach. Auf einer Tanke versuche ich ein Taxi zu ordern, welches zum Hotel voraus fahren könnte. Kein Russe bestellt ein Taxi als Wegweiser sodass es diesmal nur beim Versuch bleibt. Während ich noch mit dem Tankwart die Taxigeschichte durchkaue hat Andrea beim Motorrad Besuch bekommen. Zwei Jugendliche die mit einem Kanister Benzin für ihren Motorroller holen wollen, erklären sich bereit uns den Weg zu zeigen.

Nach einer Diskussion auf Englisch über woher, wohin, wie lange schon unterwegs, fahren sie mit ihren Rollern voraus durch Jekaterinburg bis zum Hotel.

Das Hotel liegt in einer hässlichen Wohngegend. Es handelt sich um das Fordhotel und kann weiterempfohlen werden. Es hat drei Sterne und die Zimmer sind vom Feinsten. Obwohl es mittlerweile schon 22 Uhr ist, wird die Küche extra für uns noch mal geöffnet und wir bekommen ein leckeres Abendessen. Ich rufe noch mal bei Senfi an und melde uns für diesen Tag bei ihm ab.



Mittwoch 22.07.2009

6:30 Uhr. Nach einer ausgiebigen Dusche und nach dem Frühstück, starten wir durch nach Nevjansk und Bingi nach Senfi. Die gesamte Hotelcrew steht am Eingang des Hotels und winkt uns nach.
Die Beschreibung von Bingi und die Ausflüge nach Jekaterinburg erzählt nun Andrea.
Am Ortseingang von Bingi erwartet uns Senfi mit seinem VW-Bulli. Um 12 Uhr stehen wir vor dem Haus von Senfi und Olga. Es ist ein typisches russisches Holzhäuschen mitten im Dorf. Nach der Begrüßung und der Bekanntmachung mit den anderen deutschen Urlaubsgästen beziehen wir eine von vier mongolischen Sommerjurten. Ausgestattet mit Doppelbett, Sofa und Kommoden.

Zu jeDer Jurte gehören ein Plumpsklo und eine Waschgelegenheit. Ein Besuch oder gar ein Urlaub bei Olga und Senfi kann ich nur empfehlen. Die Flüge von Deutschland nach Jekaterinburg sind erschwinglich. Den Transport vom Flughafen nach Bingi übernimmt Senfi mit seinem VW-Bulli. Nähere Infos Gibt es auf www.semken.eu.

Das Haupthaus besteht aus einem alten Kern der sehr liebevoll renoviert wurde und einem neuen Anbau für die Urlaubsgäste.

Auf dem Vorhof befinden sich ein altes Uralmotorrad und ein Schlauchboot für Ausflüge. Hinter dem Haus befindet sich eine geräumige Holzterrasse, von der man aus, mit wenigen Schritten die russische Sauna betreten kann (Banja). über der Banja befindet sich eine Ferienwohnung. Ein befestigter Fußweg führt durch einen schön verwilderten Garten und endet am Grundstückseigenen Holzsteg am Fluss. Vom Steg aus besteht die Möglichkeit zum Sonnenbaden, Angeln und Wäsche waschen. Das Baden im Fluss ist problemlos möglich.
Stefan (Senfi) hat fünf Graugänse, die er selbst aufgezogen hat. Während unserem Aufenthalt brachte er ihnen das Fliegen bei.

Am Abend erlebte Kai-Uwe seinen ersten Banjabesuch. Die Männer begaben sich um ca. 00 Uhr in der Nacht in die Banja. Bei 80C Saunatemperatur hörte man laute Diskussionen über Gott und die Welt. Ca. 2:30 Uhr verließen drei nackte Männer das Saunahäuschen in Richtung Fluss um sich abzukühlen. Nach einer kurzen Gesangseinlage kehrte Ruhe auf dem Gelände ein.



Donnerstag 23.07.2009

Nach dem Frühstück verlassen wir mit dem Auto das Dorf, mit dem Ziel Jekaterinburg. Dort besichtigen wir die Gedenkstätte "Ganina Jama", wo die Zarenfamilie ihre letzte Ruhe gefunden hat.
Von dort aus geht's weiter zur Asiagrenze. Danach Mittagessen in einem usbekischen Restaurant auf dem höchsten Punkt von Jekaterinburg.
Gut gestärkt gibt es ein Treffen mit einem Dumaabgeordneten, der ein offenes Haus mit einer Bilderausstellung in Jkb betreibt.

Stefan hat nun einen Termin bei einer Buchpräsentation. Titel des Buches "Der Ural - Im Herzen Russlands". Er hat bei der übersetzung ins Deutsche mitgewirkt.

Wir vertreiben uns währenddessen die Zeit mit einem Stadtbummel durch die Fußgängerzone von Jekaterinburg. Zurück in Bingi, Abendessen, Banja und Ausschlafen nach dem anstrengenden Tag.

Kai-Uwe erzählt weiter.



Freitag 24.07.2009

8 Uhr. Frühstück und Verabschiedung von unseren neuen Freunden.

15 Uhr. Ankunft in Irbit.
Von Bingi aus hatte Senfi schon einen Treffpunkt mit einem Uralwerksangehörigen (Sergej) in Irbit organisiert. Sergej erwartet uns direkt am Uralwerk unter einem Motorraddenkmal. Er führt uns zum Hotel und hilft uns beim einchecken.

Der Zustand des Zimmers ist mit unsern bisherigen Unterkünften nicht zu vergleichen. Schlicht gesagt desolater Zustand.

Am Abend findet ein Treffen mit einer österreichischen Reisegruppe statt. Es handelt sich um die Ural-Europavertretung aus Linz. Der Chef der Firma, Harry Schweighofer, organisiert jedes Jahr eine Pilgerreise nach Irbit. www.ural.at. Dieses Jahr bestand die Gruppe aus der Reiseleitung Harry und Birgit, sechs Schweden, ein österreicher, ein Schweizer Pärchen. Die Gruppe bekommt neue Uralgespanne zur Verfügung gestellt um die sibirische Einsamkeit zu erkunden. Nach eine kleinen Begrüßungsfeier begibt sich die Gruppe auf ihre Zimmer.

Andrea geht auch schlafen. Ich lerne russische Landsleute kennen und begebe mich einige Wodka später mit ihnen zur Moto-Classic Show, auf dem nahe gelegenen Treffenplatz. Auf dem Festgelände war die Party in vollem Gange. Live-Bands, Händlerstände, Imbissbuden und Motorräder ohne Ende. Im Verlaufe der nächsten Stunden bemerke ich den Verlust meiner Geldbörse. Irgendein dreister Dieb hat mich beklaut.



Samstag 25.07.2009

Nun stehe ich mitten in Sibirien ohne Geld und Ausweispapiere. Meine Mitfahrgelegenheit habe ich auch nicht mehr gefunden. Mein Kontakt zur Polizei hatte wenig Erfolg. Die Beamten vor Ort konnten mir auch nicht weiter helfen. Sie brachten mich aber freundlicher Weise ins Hotel zurück. Andrea war überhaupt nicht begeistert von dieser Aktion. Mir war ein weiterer Besuch des Treffens vergangen, so dass ich mich erstmal um Schadensbegrenzung bemühte.

Ich lies von einem Freund in Deutschland die EC-Karten sperren und regelte die weitere finanzielle Versorgung. Harry und Birgit haben uns auch sofort finanzielle Unterstützung zugesagt. An dieser Stelle noch mal herzlichen Dank an die Beiden!

Nach einem Telefonat mit Stefan kam er sofort die 200 km nach Irbit um uns zu helfen. Er brachte seine drei Gäste und den Nachbarsjungen Jura gleich mit. Mir war die Lust auf das Treffen vergangen, so dass Andrea mit der Bingigruppe alleine auf die Motorradshow fuhr.

Treffenbeschreibung von Andrea.
Eine Zeltstadt von ca. 2500 Bikern und diversen Gästen aus umliegenden Dörfern erwarten uns. Der Treffenplatz gestaltet sich ähnlich wie in Deutschland. Verkaufsstände, Livebühne, Erstehilfezelt, Dixi-klos, Imbissstände mit lecker Essen. Auffallend eine große Polizeipräsens. Pokale, Bikeshow, regionales TV und Reporter der lokalen Zeitung.

Am späten Nachmittag dann einen geknickten Kai-Uwe am Hotel abgeholt und gemeinsame Rückfahrt nach Bingi.

Kai-Uwe erzählt weiter.

Ich folge dem VW-Bus von Senfi Richtung Bingi und sehe kurz vorm Ziel eine dreiköpfige Russengruppe die ein Uralgespann schiebt. Ich halte an und frage ob sie Hilfe brauchen. Nach der Suche von Zündfunken und auswechseln der Kerzen und Kerzenstecker helfe ich noch mit fünf Liter Benzin aus. Die fremde Ural läuft wieder und ich setze meinen Weg fort. Beim Abendessen sprechen wir über die finanzielle Versorgung und über die Führerscheinbeschaffung.



Sonntag 26.07.2009

Es ist Sonntag wo auch in Russland die ämter geschlossen haben.
So verbringe ich mit Lutz den ganzen Tag auf dem Steg mit Angeln.
Andrea und Sabine erkunden das Dorf.


Montag 27.07.2009

8:30 Uhr. Es ist sehr warm, die Sonne brüllt, wir frühstücken auf der Holzterrasse.

10 Uhr. Stefan telefoniert mit dem deutschen Konsulat in Jekaterinburg und klärt die Führerscheingeschichte für mich.

Ein Fax von der Führerscheinstelle in Detmold muss an das Konsulat in Russland geschickt werden. Dort wird alles in Russisch und Englisch übersetzt damit ich Papiere besitze die ich der Polizei bei Kontrollen vorweisen kann.

Die übersetzung sollen wir am 29.07.09 bei dem deutschen Konsulat abholen. Mit "Western Union" kann mein Freund Max Geld nach Russland überweisen.

15 Uhr. Max meldet sich aus Deutschland und teilt mit "das Geld ist unterwegs".



Dienstag 28.07.2009

Am Vormittag fahre ich zur Post nach Nevjansk um das Geld aus Deutschland abzuholen. In der Post spricht wieder keiner Deutsch oder Englisch und ich rede mit Händen uns Füßen um an die Kohle zu kommen.

Nach 1 1/2 Std. habe ich es dann in der Hand. Da unsere Registrierung überfällig ist, versuche ich bei der Polizeistation eine Verlängerung zu bekommen.

Pustekuchen, ich kann mich nicht selbst registrieren lassen. Das kann nur meine Gastfamilie oder ein Hotel. Papier ist geduldige und so muss es auch ohne gehen.



Mittwoch 29.07.2009

Für Lutz und Sabine ist der Urlaub zu Ende. Sie fliegen heute nach Deutschland. Egmund will mit dem Zug weiter nach Omsk. Wir brechen in aller Herrgottsfrühe in Bingi auf. Stefan fährt den Bulli, besetzt mit Andrea, Sabine, Lutz und Egmund. Ich folge mit dem Gespann. Kurz hinter Nevjansk geht mir das Benzin aus. Na ja, kein Problem, ich habe ja noch 10 Liter an Bord. Dachte ich. Es waren aber nur noch 5 Liter, da ich der liegen gebliebenen Ural auf der Rückfahrt von Irbit 5 Liter spendiert hatte. So'n Mist. Stefan hat auch bemerkt dass ich nicht mehr hinter seinem Bulli herfahre. Er hält an und wartet. Ich fülle schnell die restlichen 5 Liter in den Tank und denke mir "in Russland kann man nicht planen".

Die Bullibesatzung bekommt kalte Füße, sie haben Angst dass sie Flugzeug und Zug verpassen. Weiter geht's, Stefan nimmt einen kleinen Umweg damit ich an einer Tankstelle vorbei komme. Die Mannschaft im Bulli ist sehr gereizt wegen der Zeitverzögerung. Während ich tanke hat Stefan schon wieder Fahrt aufgenommen. Treffpunkt ist dann der Bhf in Jekaterinburg.

Sabine und Lutz haben das Flugzeug rechtzeitig erreicht und Egmund saß auch im Zug nach Omsk, als ich am Bahnhof ankomme. Hat doch alles geklappt.

Am Bahnhof treffe ich mich dann mit Stefan, Andrea und Olga. Es ist 7 Uhr. Der Termin beim deutschen Konsulat ist erst um 10 Uhr. Wir überbrücken die Zeit mit Restaurantbesuch und besichtigen eine Kirche, die auf den Grundmauern des Hauses der ermordeten Zarenfamilie erbaut worden ist.

Im Konsulat erhalte ich dann wie versprochen den Führerscheinersatz auf Russisch und Englisch. Die Bearbeitungsgebühr von 1800 Rubel bezahle ich gerne.

Um 10:30 Uhr verabschieden wir uns von Olga und Stefan mit dem Versprechen "nächstes Jahr kommen wir wieder".
Wir nehmen die Autobahn M36 Richtung Celjabinsk. Von hieraus geht's weiter über die M5 nach Ufa. Wir fahren durch Flusstäler Berg auf und runter. Hinter einer Kurve liegt ein LKW auf der Seite. Die Polizei ist schon vor Ort und birgt den Fahrer grad aus dem Führerhaus.

Abends beziehen wir ein Motel an der Autobahn. Unser Motorrad bekommt einen Parkplatz in einer Garage. Sicher ist sicher.



Donnerstag 30.07.2009

10 Uhr. Bei einer Pause schaue ich mal wieder nach den Reifen. Der Hinterreifen ist blank, Gewebe ist noch nicht zu sehen. Ich entschließe mich das Reserverad einzubauen.

Gesagt, getan.
Alles wieder aufgerödelt. Das Moppet springt nicht an. Die Fehlersuche ergibt: Keinen Strom.
Ein loses Batteriekabel ist der übeltäter. Festziehen und schon geht's weiter. Wir fahren der Zeit entgegen und haben eine Stunde gut gemacht.

15 Uhr. Plattfuß hinten. Natürlich auf der stark befahrenen Autobahn. Also den Slickreifen vom Vormittag wieder drauf. Um 18:30 Uhr checken wir in ein Motel ein. Nach dem Essen repariere ich das defekte Ersatzrad und falle um 22 Uhr todmüde ins Bett.



Freitag 31.07.2009

8:30 Uhr Am Morgen ruft Stefan an um sich nach unserem Wohlbefinden zu erkundigen. Bei uns ist alles O.K Wir starten wieder durch und schaffen es heute bis Voronez. Unterwegs fülle ich das Gabelöl auf. Die Gabelsimmeringe haben sich verabschiedet, das öl sifft nur so heraus.

19 Uhr. Voronez.Beim Tanken bricht ein übereifriger Tankwart meinen Tankdeckel kaputt. Ich hätte sonst was mit dem Tollpatsch machen können. Tank randvoll und der Deckel schließt nicht mehr.
Was soll's, Putzlappen rein, Deckel so drehen wie eben möglichst dicht und ab dafür.

19 :30 Uhr. Wo übernachten wir heute? Zelten fällt aus in der Großstadt und im Dunkeln fahr ich nicht mehr weiter. In einer Parkbucht entdecke ich ein eigenartiges Gefährt. Ein Trike mit Dneprmotor, Hinterachse eines Kleinwagens, Gabel mit Scheibenbremse vom Japaner, Auspuff... Na ja. Das Grauen eines jeden deutschen TüV Prüfers.

Daneben steht der Besitzer und ist am "handynieren". Ein junger Bursche um die 20 Jahre mit Kopftuch. Er spricht gut Englisch und heißt Alex. Kann er uns eine übernachtungsmöglichkeit besorgen? R telefoniert wild umher, Kumpels, Bekannte. Kein Erfolg. Zu guter Letzt fährt er voraus und bringt uns zu einem günstigen Hotel. Er hilft uns beim einchecken, dann muss er weg, er hat noch Termine. Er hinterlässt uns seine Handynummer für ein späteres Zusammentreffen. Wir widmen uns nun erstmal einer dringenden Körperpflege. Seit drei Tagen hatten wir tagsüber 35C, das hinterlässt seine Spuren.

Um 22 Uhr rufe ich Alex an und wir verbringen einen schönen Abend mit ihm und seinen Freunden in einer Studentenkneipe.



Samstag 01.08.2009

Wir müssen so langsam die Urlaubskasse wieder auffüllen. Ich klappere mehrere Banken ab, habe aber keinen Erfolg, weil heute Samstag ist und irgendwie keine Bearbeitung über "Western Union" möglich. Zurück im Hotel, Sachen packen und los.

Am Ortsausgang sehe ich noch mal das Schild "Western Union". Letzter Versuch und... Treffer. Ich bekomme Kohle. Nächster Halt an einem KFZ- Gebraucht Teilemarkt. Andrea erspäht aus ihrem Beiwagen heraus Motorradteile. Wir brauchen einen Hinterreifen, Schlauch und einen Tankdeckel. Mit Hilfe eines netten Polen erstehe ich die Sachen recht preisgünstig. Die Menschentraube die sich mittlerweile mal wieder um das Gespann versammelt hat brauche ich wohl nicht zu erwähnen.

Wieder auf der Piste erreichen wir um 17 Uhr Kursk. Ich verfranse mich mal wieder im Straßengewirr und die Nerven liegen blank. Nach vielem Hin und Her finde ich endlich den Weg Richtung Ukraine. Die Straße wird schlechter und es gibt derbe Schläge aus dem hinteren Bereich des Motorradrahmens. Beim ausfedern hat die hintere rechte Stoßdämpferbuchse ihren Weg nicht wieder zurückgefunden und hat sich verkeilt. Mit Wageheben, Hammer und Schraubenzieher verhelfe ich der Buchse wieder auf den richtigen Weg.

19:30 Uhr. Die ukrainische Grenze ist nun nicht mehr weit. An einer Tankstelle spricht mich ein junger Mann an, ob er seine Freundin mit meinem Motorrad fotografieren darf. "Na klar, aber dafür zeigst du uns das nächste Hotel.". Der Deal ist perfekt und kurze Zeit später stehen wir vor unserer letzten Hotelübernachtung in Russland. Der Hotelportier war als Soldat in Ostdeutschland stationiert gewesen und freute sich tierisch über seine neuen deutschen Gäste.

Im Hotel fand eine Hochzeitsfeier statt und fast jeder Teilnehmer wollte sich mit dem Gespann ablichten lassen. Unsere Landkarte brauchte ich nicht zuklappen, jeder wollte sich über unsere Reise informieren. Das ging dann so bis 23:30 Uhr. In einem günstigen Augenblick haben wir uns dann abgeseilt um zu pennen.



Sontag 02.08.2009

7 Uhr.Wir verabschieden uns von einem deutlich angeschlagenen Hotelportier, der es sich nicht nehmen lies unsere Scheiben am Motorrad zu reinigen.

Um 8 Uhr stehen wir an der Grenze zur Ukraine.
Wir reihen uns in der Schlange der Pkws ein, die auch auf die einreise der Ukraine wartet. Es sind ca. 15 Autos vor uns. Am Grenzposten bewegt sich nichts. Die Beamten haben alle Zeit der Welt und bringen das auch so rüber.

CA. 12.00 Uhr sind wir dann an der Reihe und schon ein Problem. Der Grenzer ist der Meinung, dass der Reisepass von Andrea zu alt ist. Der Pass ist noch ein Jahr gültig, zur Vorsicht lässt er sich auch den Personalausweis aushändigen. Nachdem alles geprüft und geklärt ist, stehen wir um 13:30 Uhr vor einer Geldwechselstube in der Ukraine.

Um 20:00 Uhr erreichen wir Kiew. Eine achtspurige Autobahn mit digitalen Hinweis Schildern, die und die Geschwindigkeit, die Temperatur und einen Unfall in 7Km Entfernung anzeigt führt uns ins Herz der Hauptstadt.

Der Straßenbelag ist neu und besser wie der unseren deutschen Autobahnen. Die großen blauen Autobahnschilder sind auch für nicht Russen verständlich beschriftet. Moderne Hochhäuser begleiten unseren Weg aus Kiew hinaus. Eine Polizeikontrolle stoppt unsere Fahrt, weil ich mal wieder hastig unterwegs bin. Ich bekomme nach einer Diskussion mit dem Beamten mal wieder den Touribonus und wir können ohne Strafzettel wieder Fahrt aufnehmen.

21:00 Uhr Es ist mittlerweile dunkel geworden, wir suchen ein Hotel am Ortsausgang. Der Uralmotor gibt schleifende Geräusche von sich. Nach einer genervten Hörprobe tippe ich mal auf eine gelöste Kupplungsschraube, die am Getriebegehäuse schleift. Am nächsten morgen werde ich der Ursache mal auf den Zahn fühlen. Ein Kilometer weiter nehmen wir Quartier in einem Hotel.

22:15 Uhr Nachdem wir uns eingerichtet und frisch gemacht haben möchten wir im Hotel Restaurant zu Abendessen; Fehlanzeige. Das Restaurant hat vor 10 Min. geschlossen. Wieder auf dem Zimmer gibt es eine leckere Mahlzeit von unseren Restbeständen. Das Essen besteht aus Dosenfisch, Erdnüssen und Kaffee.

Bei einschlafen denke ich über die bevorstehende Reparatur nach und verdränge die Buchstaben "ADAC".



Sonntag 03.08.2009

06:00 Uhr Ich befinde mich auf dem Hotelparkplatz und habe das Getriebe schon neben dem Mottorad liegen. Die Kupplungsschrauben sind O.K. und können den Geräuschpegel nicht verursacht haben. Während ich alles wieder zusammen baue, schaut Andrea mal kurz was ich da so treibe. Am angrenzenden Gelände des Hotels befindet sich die Ukrainische Police Akademie. Rekruten marschieren in Reih und Glied mit einem Lied auf den Lippen über einen Paradeplatz. Wieder auf unserem Zimmer trinken wir Kaffee und packen unsere Sachen.

09:00 Uhr Wir sind 500m vom Hotel entfernt, die Schleifgeräusche werden lauter und der Motor geht aus. Mit dem Multimeter checke ich den Zustand der Batterie. Nur noch 7,5 Volt. Die Duc. Zündung kann bei dieser Voltzahl nicht mehr arbeiten. Ich klemme alle Verbraucher bis auf die Zündung ab. Das Motorrad springt wieder an und ich messe noch mal die Batterie. Nur bei höheren Drehzahlen wird die Batterie geladen. Es ist also die Lima, die langsam ihren Dienst aufgibt und das auch unter lauten Gekreische ankündigt. Den Gedanken an den "ADAC" verdränge ich, es muss auch so irgendwie weitergehen. Wir fahren mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend erstmal weiter. Ich habe ein bisschen Angst das, das Limaritzel abschert oder ein Lager fest geht. Das könnte dann einen kapitalen Motorschaden nach sich ziehen.

Um 11:00 Uhr biege ich auf einen Werkstatthof von einer IVECO Lkw-Werkstatt und versuche den Mechanikern das Limaproblem zu erklären. Ich würde gerne das Antriebsrad von der Lima abziehen und nur auf Autobatterie weiterfahren. Es findet sich aber kein Abzieher in der Werkstatt, sodass ich mit einem Mitarbeiter der Niederlassung in seinem Auto eine Runde durch die Stadt fahre um eine Russ. Lima oder eine zweite Autobatterie zukaufen. Eine Lima können wir auf die Schnelle nicht auftreiben dafür aber eine 45 Ah Autobatterie. Andrea hält sich in der Zeit in der Kantine der Lkw-Werkstatt auf und macht Bekanntschaft mit einigen wodkageschwängerten Truckern, die sehr lustig drauf sind.

12:30 Uhr Zurück bei IVECO, in der Kantine eine leckere Mahlzeit eingenommen, anschließend hat uns die Strasse wieder. Beim Tankstopp spricht uns ein Ukrainischer VW Bullifahrer an. Er möchte wissen wo unser nächstes Ziel ist und erklärt sich bereit vorauszufahren. Ich habe Mühe mit der Geschwindigkeit von ihm mitzuhalten. Der brettert mit 100 Km/h durch die Ortschaften und lässt seinen Bulli richtig fliegen. Hin und Wider wartet er am Standstreifen auf uns. Die CJ tut mir richtig leid, wir heben öfters mit allen drei Rädern ab, Andrea stößt ständig mit ihrem Helm an die festgezurrten Gepäckstücke hinter sich. Die Route vom Bullifahrer ist nicht auf meiner Karte eingezeichnet, schon lange haben wir die Autobahn verlassen und fegen über einsame Landstraßen. Eine Horrorfahrt. Aber auch dieser Alptraum hat ein Ende. Nach einem Geschwindigkeitsrausch stehen wir an der Auffahrt der Autobahn M17 und verabschieden uns von dem Rallyefahrer.

18:00 Uhr Der Himmel ist schwarz, es donnert, blitzt, stürmt und es fängt an zuregnen. Da wir ohne Licht unterwegs sind, brechen wir für heute ab und nisten uns in einer Pension ein. Nette Wirtsleute und leckeres Essen.



Montag 04.08.2009

07:00 Uhr An der benachbarten Tankstelle der Pension tanken wir voll und setzen unsere Fahrt in Richtung L'viv fort.

08:45 Uhr Beim Frühstückshalt auf der AB beobachte ich einen Lkwfahrer, welcher sich so eine Art Maultaschen in sich hinein schaufelt. Das sieht sehr lecker aus und scheint gut zuschmecken. Ich gebe der Kellnerin zu verstehen, dass wir so etwas auch gerne hätten. Ungewöhnliches Frühstück, aber wir sind erstmal satt und können dem Tag gelassen entgegen sehen.

10:15 Uhr Die Polizei meckert mal wieder, weil ich eine durchgezogene weiße Linie überfahren habe. Die Situation spitzt sich in bisschen zu, weil ich mich mal wieder auf doof stelle. "Nix verstehen" "Germanski", dass übliche halt. Ein Lkw, der mit einer hohen Geschwindigkeit an uns vorbei rauscht, ist den Beamten dann auch wichtiger. Hastig bekomme ich meine Papiere wieder zurück und die Polizei nimmt die Verfolgung des Lkws auf. Schweingehabt. Bei diesem halt lacht mich das Gewebe vom Hinterreifen an. Lange hält der nicht mehr.

Einige Km später lasse ich den neuen Reifen, den wir in Voronez besorgt haben, bei einer Reifenbude für 3 Euro wechseln. Bei dieser Gelegenheit widme ich mich noch mal der Lima und stelle fest, dass der Lüfterflügel am Gehäuse schabt. Es wird Zeit, sich um das Problem Lima zukümmern.

11:30 Uhr Die Lima kreischt und schreit jetzt permanent bei jeder Drehzahl.

13:45 Uhr Ein Hinweisschild zu einer Skoda-Werkstatt lässt mich hoffen. Der Meister der Skoda-Werkstatt hat nach dem Ausbau und dem zerlegen der Lima den Schaden schnell erkannt. Das Gewinde des Mitnehmers und des Rotors ist nicht mehr vorhanden. Der Mitnehmer rutscht über den Rotor und hat keinen Kraftschluss mehr. Dadurch sind die ganzen Innereien der Lima nach hinten gerutscht und das Lüfterrad scheuert am Gehäuse. Daher auch die schrecklichen Geräusche.

In Deutschland gebe es jetzt eine A.T. Lima. In der Ukraine wird so etwas repariert. In Kürze: Buchse mit Innengewinde drehen und in den Mitnehmer einschweißen. Das Gewinde vom Rotor Nachschneiden, mit Schraubensicherungsmitteln alles wieder zusammen schrauben, Lima einbauen und fertig. Das ganze hat ca. 5 Std. gedauert, weil er die Buchse in einer Dreherei anfertigen lassen musste. Die ganze O.P. hat 100 Euro gekostet und konnte natürlich vom Ural- Vertragshändler nicht unter Garantie abgewickelt werden. Was soll's, mit der Lima habe ich bis heute viele 1000 Km abgerissen und sie läuft immer noch. Alle Verbraucher wieder angeschlossen und Div. Defekte Birnen gewechselt.

19:15 Uhr Nach herzlicher Verabschiedung der gesamten Werkstattcrew und einer menge verlorener Zeit erreichen wir die ukrainischen Karpaten.

20:30 Uhr Die Berge begrüßen uns mit einem aufziehenden Gewitter. Die einsetzende Dunkelheit wird von kräftigen Blitzen taghell erleuchtet. Wir kommen uns vor wie in einem Draculafilm, fehlt nur noch das Schloss des Fürsten. Das finden wir dann auch in Form eines sehr schönen Hotels. Unser Gespann bekommt einen persönlichen Security für die Nacht zur Seite gestellt.

Um 21:15 Uhr begeben wir uns ins Hotel Restaurant welches bis 00:00 Uhr warmes Essen anbietet. Wieder auf dem Zimmer schicke ich eine SMS an Max, zwecks Kohle für die Reisekasse. "Leg bitte noch mal 500 Euro nach, wir sind Morgen in Ungarn."



Dienstag 05.08.2009

08:00 Uhr Nach einem Omelett, Schinken, Spiegeleier, Käse und Kaffee machen wir uns auf zur ungarischen Grenze.

09:00 - 10:30 Uhr Grenzüberquerung bei Cop im Schnelldurchgang. Keine Sonderlichen Probleme. Wir sind in Ungarn.

Es regnet in strömen und wir erreichen um 14:00 Uhr Budapest. In der Stadt großes Verkehrsaufkommen mit vielen Staus. Bei diesem Wetter haben wir auch keine Lust auf Sightseeing.

18:30 Uhr Ankunft am Plattensee in Balatonakali. Der Regen hat nachgelassen. Unsere Freunde Christine und Michael empfangen uns mit Weißwein und kühlem Bier. Seit einigen Jahren treffen wir uns mit den beiden Thüringern zu gemeinsamen Urlaub in Balatonakali auf einem Privatcampingplatz. Christine hat uns auf dem Campingplatz eine Ferienwohnung reservieren lassen. Am Abend fallen wir nach einer Begrüßungsfeier todmüde ins Bett.



Mittwoch 06.08.2009

Wir fahren nach Tapolca zur Post um das Geld von Max aus Deutschland abzuholen. Auf der Post teilt man uns mit " Kein Geld in Ungarn". Kann sich ja nur um einen Irrtum handeln. Also zur nächsten Bank die auch mit Western Union Geschäfte macht. Hier die gleiche Auskunft: " Kein Geld in Ungarn" die freundliche Dame hat aber herausgefunden, dass unser Geld nach Russland transferiert wurde.

Wir sollen Kontakt nach D aufnehmen damit das Geld nach Ungarn umgebucht werden kann. Nach Rücksprache mit Max wurde die Umbuchung veranlasst und wir waren wieder Flüssig.



Donnerstag 07.08.2009

Wir ziehen von der Ferienwohnung in unser Zelt, da die Wohnung fürs Wochenende schon weiter vermietet wurde.

Ich checke das Motorrad für die letzte Etappe noch mal gründlich durch. Am Nachmittag baden und sonnen am Plattensee und mit einem deftigen ungarischen Abendessen lassen wir den Urlaub ausklingen.



Freitag 08.08.2009

04:30 Uhr Mit unserem Belgischen Freunden Bér und Magaritt die sich mit einem Wohnwagen in Ungarn aufhalten, treten wir die Heimreise an. Kurz vor der Grenze nach einem Gemeinsamen Frühstück, Verabschiedung, dann ziehen die Belgier von dannen.

Andrea und ich machen noch einen Besuch in der Grenzstadt Sopron, überqueren dann die Grenze nach österreich.

Nach langer fahrt ohne Komplikationen stecke ich den Haustürschlüssel um 01:45 Uhr in unsere Haustür. Geschafft.

Der Alltag hat uns wieder zurück. Eine Wiederholung dieser Reise ist nicht ausgeschlossen.

Euer
Capt'n und Andrea


 
Wir bedanken uns bei folgenden Firmen und Personen die uns die Reise ermöglicht haben.

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